Politik und Wirtschaft

Das Fach Politik und Wirtschaft nimmt im Fächerkanon der Schule und damit auch in der gymnasialen Oberstufe eine besondere Stellung ein. Die zu erschließenden Themen und Problemstellungen haben grundlegende Bedeutung nicht nur für die Lebensverhältnisse der Lernenden, sondern sind konstitutiv für den Erhalt und die Entwicklung von Demokratie und Gesellschaft.

Im Zentrum des Unterrichts im Fach Politik und Wirtschaft stehen eine entsprechende Qualifikation, Sozialisation und Enkulturation der Lernenden als Voraussetzungen eines demokratischen, gestaltbaren und zukunftsfähigen Gemeinwesens.

Der Unterricht im Fach Politik und Wirtschaft ist an dem Ziel ausgerichtet, Lernende als zukünftige mündige, d.h. autonome und gesellschaftlich verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger und zugleich tragende Akteure politischer und wirtschaftlicher Handlungen und Prozesse dazu zu befähigen,

  • gegenwärtige Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angemessen wahrzunehmen und sich in diesen Domänen zu orientieren, d.h. individuelle Handlungen in die Zusammenhänge gesellschaftlicher Strukturen sowie Macht- und Herrschaftsverhältnisse einzuordnen und damit die eigenen politischen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen zu verstehen,
  • aktiv und verantwortungsvoll an den gesellschaftlichen Selbstverständigungsdiskursen sowie Entscheidungsprozessen teilzunehmen (politisches Engagement), Gesellschaft bewusst aufgrund der eigenen Interessenlage im Rahmen des Verfassungskerns des Grundgesetzes demokratisch mit zu entwickeln („Demokratie lernen“),
  • die zentrale Bedeutung des Wirtschaftssystems, dessen Entwicklung und Gestaltungsoptionen für den Einzelnen und die gesamte Gesellschaft zu erkennen,
  • wirtschaftlich geprägte gegenwärtige und zukünftige Lebenssituationen durch individuelles und kollektives Handeln selbst- und mitverantwortlich zu bewältigen und zu gestalten,
  • Ansätze zur Lösung nationaler, europäischer und globaler Herausforderungen zu verstehen und sich mit unterschiedlichen Lösungsperspektiven auseinanderzusetzen, dabei
  • eine Widerstandshaltung gegen inhumane und undemokratische Verhaltensweisen zu entwickeln, aber auch demokratisch legitimierte Herrschaft und ökonomische Entscheidungen kritisch zu begleiten,
  • soziale Ungerechtigkeiten, Unterdrückungs- und Ausgrenzungsmechanismen (wie etwa Sexismus und Rassismus) und Demokratiedefizite zu erkennen und gegebenenfalls in der Perspektive einer Ausweitung gesellschaftlicher und demokratischer Teilhabe überwinden zu helfen
  • sowie bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung aktiv und verantwortungsbewusst mitzuwirken und sie bei der Durchsetzung ihrer Rechte solidarisch zu unterstützen.

Dem Unterricht in der Einführungsphase kommt mit Blick auf den Übergang in die Qualifikationsphase eine Brückenfunktion zu. Zum einen erhalten die Lernenden die Möglichkeit, das in der Sekundarstufe I erworbene Wissen und Können zu festigen und zu vertiefen bzw. zu erweitern (Kompensation) sowie Neigungen und Stärken zu identifizieren, um auf die Wahl der Grundkurs- und Leistungskursfächer entsprechend vorbereitet zu sein. Zum anderen werden die Lernenden an das wissenschaftspropädeutische Arbeiten herangeführt. Damit wird eine solide Ausgangsbasis geschaffen, um in der Qualifikationsphase erfolgreich zu lernen. Die Themenfelder der Einführungsphase sind dementsprechend ausgewählt und bilden die Basis für die Qualifikationsphase.

In der Qualifikationsphase erwerben die Lernenden eine solide Wissensbasis sowohl im Fachunterricht als auch in fächerverbindenden Zusammenhängen und wenden ihr Wissen bei der Lösung zunehmend anspruchsvoller und komplexer Frage- und Problemstellungen an. Dabei erschließen sie Zusammenhänge zwischen Wissensbereichen und erlernen Methoden und Strategien zur systematischen Beschaffung, Strukturierung und Nutzung von Informationen und Materialien. Der Unterricht in der Qualifikationsphase zielt auf selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten sowie auf die Weiterentwicklung der Kommunikationsfähigkeit; der Erwerb einer angemessenen Fachsprache ermöglicht die Teilhabe am fachbezogenen Diskurs. Durch die Wahl von Grund- und Leistungskursen ist die Möglichkeit gegeben, individuelle Schwerpunkte zu setzen und auf unterschiedlichen Anspruchsebenen zu lernen. Dementsprechend beschreiben die Bildungsstandards und die verbindlichen Themenfelder die Leistungserwartungen für das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife.

Auszug aus dem KCGO „Politik und Wirtschaft“

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